Die modernen Cowboys
Freiheit und Abenteuer, das sind die beiden wichtigsten Bestandteile der Cowboykultur. Die weite Prärie auf dem Pferderücken durchstreifen, Tabak, Lagerfeuer und der Geruch von Leder – die Männlichkeitssymbole sind klar definiert. Heutzutage reitet kaum noch jemand freiwillig durch die Prärie, doch ausgestorben sind die Cowboys deswegen lange noch nicht.
Mehr PS und Bereifung
So wie das Auto die Kutsche abgelöst hat, wurden auch beim Cowboy mit seinem Pferd ein paar PS zugelegt. Das Motorrad wurde das neue Pferd und wie selbstverständlich haben die Biker auch einiges andere von den Cowboys übernommen. Natürlich kann man hier nicht von der gesamten Szene sprechen, denn es gibt so viele unterschiedliche Motorräder, wie es Pferde gibt. Aber eine bestimmte Gruppe, die man vielleicht auch als Motorrad-Rocker oder Chopper-Fahrer bezeichnen kann und die hauptsächlich auf Öfen der Marke Harley Davidson oder Artverwandten durch den Verkehr cruisen, scheinen eine enge Verwandtschaft mit den früheren Cowboys zu empfinden. Schwere Stiefel, Nieten, Lederjacken mit Fransen, Bikerhosen und sogar Satteltaschen für das Bike prägen das Bild. Unter der Lederkluft darf es gerne das Karohemd sein oder ein Hemd mit silberverzierten langen Kragenecken. Wer sich als Biker gut kleiden will, kauft im Western-Store, aber natürlich gibt es die passende Kluft zum Lebensgefühl auch direkt im Motorradladen.
Lukratives Geschäft
Die Industrie verdient gut daran. Nicht nur die Kleidung für die Freizeit und die Fahranzüge, Jacken und Hosen aus derbem Leder lassen sich gut und gewinnbringend verkaufen, ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts sind die passenden Accessoires und das Zubehör für das Bike. Neben den Bekleidungsstücken für den Menschen gibt es die entsprechenden “Anziehsachen” auch für das Motorrad. Da gibt es Lederstulpen für die Griffe, Nieten und Fransen für die Bars, Satteltaschen und Tankrucksäcke im Antikleder-Look. Auch Tankdeckelverzierungen oder Airbrushmotive im Western-Style dienen der Dekoration im Biker/Western-Look.
Der Zusammenhang
Woher kommt diese Verbindung zwischen Cowboys und Motorrädern denn nun? Abgesehen von der vermeintlichen Freiheit und dem Abenteuer? Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die als Viehhirten tätigen Cowboys in der Neuzeit aus Komfortgründen die Pferde vielfach gegen Bikes austauschten. Noch heute benutzen Schaf- oder Rinderhüter zum Treiben ihrer Herden wendige und geländegängige Cross-Motorräder. Die Kleidung konnten sie dann gleich anbehalten. Wie beim Cowboy zu Pferde schützt das Leder auch den PS-Cowboy vor Verletzungen und Wind und Wetter. Der Rest ist wahrscheinlich eine Frage des persönlichen Stils.